Schabbatmodus tritt in Kraft am 31.10.2014 um 16:11 Schimon Peres als Kriegstreiber und Militaristen inszenieren – Neues Buch von Tamar Amar-Dahl (Muenchen) kann nach diesem Interview nicht gerade ein historistisch-neutrales Dokument sein… | ARO1 – Israel, der Nahe Osten & der Rest der Welt

Thomas Schreiber, Jersualem, 23.06.2010

Amar-Dahls Buch ueber Schimon Peres: 39.90 EUR fuer die Deligitimierung des juedischen Staates und antiisraelische Hetze? (Man beachte auch die Auswahl des Coverfotos…)


Ich habe selten ein so unseriöses Interview gelesen. Eine Historikerin, die selber ihre politische Zugehörigkeit in den Vordergrund stellt, verliert ihre Glaubwürdigkeit als Akademikerin. Entsprechend auch die Begriffe, mit denen sie um sich wirft. Was ist ein „Friedenspolitiker“, etwa einer, der gegen die Interessen seines Landes oder seiner Nation handelt? Kann ein Ministerpräsident oder gar Staatspräsident überhaupt ein „anti-Nationalist“ sein, wenn er seine Nation vertreten muss? Waren Begin, Sadat oder Hussein etwa keine Nationalisten? Die haben doch Frieden gemacht. „Er war die ganze Zeit daran interessiert, einen Judenstaat aufzubauen“  ja was denn sonst? Ist das eine Sünde? 

Frau Amar-Dahl – Niedlich kommt die Delegitatmion daher…


„und zwar in ganz Palästina – sein Ziel war Eretz Israel, das Land der Urväter. Das ist mit ein Grund, weshalb der Frieden mit den Palästinensern nicht möglich ist.“

Interessant. Hat die Historikerin nicht wahrgenommen, dass ausgerechnet Peres im Rahmen von Oslo die großen Städte im Westjordanland, darunter die biblischen Städte Sichem (Nablus) und Bethlehem sowie Jericho an die Palästinenser abgetreten hat?

„Warum wird er dann, wie ja auch in Deutschland, als Friedenspolitiker gesehen?“

Dumme Frage: Wieso ist es relevant, wie man den Peres in Deutschland sieht?

„Aber er hat genauso wenig wie seine Kollegen aus dem rechten Lager eine Lösung der Palästinenserfrage. Dieses Problem ist, auch für ihn, ein militärisches.”

Die Frage lautet, wie die Historikerin die „Palästinenserfrage“ überhaupt definiert. Und solange „die“ Palästinenser Israel bedrohen, politisch mit Auslöschung und militärisch mit Raketen und Terror, ist das natürlich auch eine militärisches Problem.

„Paradoxerweise versteht er Krieg als etwas Positives, da er für ihn der Verteidigung beziehungsweise der Sicherheit des Landes dient.“

So ein Schwachsinn. Wenn Peres sich für die Verteidigung seines Landes einsetzt, heißt das doch nicht, dass man Krieg als etwas Positives sieht. Oder ist auch für Guttenberg wegen der Bundeswehr Krieg ein muss?

„Und Krieg ist immer das gewesen, womit Israel seine Ziele erreicht hat: Land sollte nicht nur erobert und besiedelt, sondern als Besitz auch immer wieder gesichert werden. Somit ist Krieg für Peres gleichbedeutend mit unanfechtbarer Selbstverteidigung.“

Achso. Das gilt natürlich auch für den Oktoberkrieg von 1973, für den Libanonkrieg und zuletzt für den Gazakrieg. Wie viele israelische Siedlungen gibt es denn heute in Libanon und Gaza???? Und wenn angegriffen, sollte Israel sich etwa nicht verteidigen?

„Der Diskurs über die Palästinenser dreht sich nicht um ihre Rechte, sondern um die Frage, wie gefährlich sie für Israel sind.“

Jeder muss wohl erst mal für sich selber für seine Rechte einsetzen, in diesem Fall die Palästinenser. Warum sollte es für Israel nicht legitim sein, die Gefahren, die davon für Israel ausgehen, zu debattieren und zu sehen?

„Peres ist fest davon überzeugt, dass Frieden eintreten kann, wenn sich die Araber, einschließlich der Palästinenser, mit der Existenz Israel abgefunden haben.“

Na ja, wie würde denn ein Friede aussehen, wenn die andere Seite sich nicht einmal mit der Existenz Israels abfinden kann oder will und weiterhin die Zerstörung der Existenz Israels betreibt?

„Welcher Status soll den Palästinensern im Kernland und in den besetzten Gebieten zugewiesen werden?“

Die Palästinenser im Kernland Israels sind gleichberechtigte Staatsbürger Israels mit eigenen Parteien, Abgeordneten und sogar mal Ministern in der Regierung. Unter Peres erhielten die Palästinenser in den autonomen Gebieten eine palästinensische Staatsangehörigkeit mitsamt eigenem Pass.

„Die Palästinenser werden als Feind und daher als Sicherheitsproblem gesehen.“

Solange auch die Palästinenser Israel als Feind betrachten und Israel auf allen Ebenen attackieren, kann es nicht verwundern, dass sie (auch) als Sicherheitsproblem gesehen werden. Das ist übrigens nicht nur eine Tragödie der Zionisten, sondern auch der Juden in Berlin und anderwo, wo Synagogen scharf bewacht werden müssen und aller Flugplätze, wo die Sicherheitskontrollen (seit den palästinensischen Flugzeugentführungen) immer absurdere Formen annehmen. Es kann nicht einmal in Hannover eine jüdische Tanzgruppe auftreten, ohne mit Steinen beworfen zu werden. Das sind alles „Sicherheitsprobleme“. Und wer da droht, brandschatzt (Worms) usw sollte wohl als „Freund“ bezeichnet werden und nicht als Feind. In diesem Sinne kann wohl jeder geradeaus denkende Leser auch den weiteren Argumenten des Interviews etwas anfügen.



ORIGINAL ZEIT-INTERVIEW:

ZEIT – Israel – “Krieg ist ein Muss” – Schimon Peres gilt als Friedenspolitiker. Die Historikerin Tamar Amar-Dahl beschreibt den israelischen Präsidenten jedoch als Nationalisten, für den Krieg unerlässlich ist.


ZEIT ONLINE: Frau Amar-Dahl, Sie haben ein Buch über den israelischen Präsidenten Schimon Peres geschrieben. Welches Bild hatten Sie von ihm, als Sie mit ihrer Dissertation begonnen haben?
Tamar Amar-Dahl:
Ich war linkszionistisch orientiert und habe Peres daher als Friedenspolitiker gesehen. Erst als ich mich mit seiner Politik und seinen Texten auseinandergesetzt habe, kam ich zu einem neuen, differenzierteren Bild.
ZEIT ONLINE:
Der Titel ihres Buches ist Shimon Peres –Friedenspolitiker und Nationalist. Spiegelt das ihr jetziges Bild wider?
Amar-Dahl:
Das kann man so sagen. Peres ist allerdings kein erfolgreicher Friedenspolitiker, gerade weil er Nationalist ist. Er war die ganze Zeit daran interessiert, einen Judenstaat aufzubauen und zwar in ganz Palästina – sein Ziel war Eretz Israel, das Land der Urväter. Das ist mit ein Grund, weshalb der Frieden mit den Palästinensern nicht möglich ist.
ZEIT ONLINE:
Warum wird er dann, wie ja auch in Deutschland, als Friedenspolitiker gesehen?
Amar-Dahl:
Ich glaube, Peres hat dieses Image, weil er sich tatsächlich so sieht und sich auch so vermarktet. Es gibt einige Friedenszentren, die seinen Namen tragen. Er hat auch 1994 den Friedensnobelpreis bekommen und führt den Frieden stets im Mund.
ZEIT ONLINE:
Aber reicht das, um dieses Image zu kreieren?…



7 Comments to “Schimon Peres als Kriegstreiber und Militaristen inszenieren – Neues Buch von Tamar Amar-Dahl (Muenchen) kann nach diesem Interview nicht gerade ein historistisch-neutrales Dokument sein…”

  1. Der Jude ist an allem schuld …

    Haust du den Juden eine rein,
    muss es zitiert von Juden sein,
    von Zimmer- und von Zuckermann,
    dass niemand etwa sagen kann,
    du hättest etwas gegen sie.
    O, nein, es sind der Avnery,
    der Chomsky und der Finkelstein,
    die sehen längst schon reuig ein:
    der Jude ist an allem schuld.
    Mit Seligmann hab noch Geduld!
    Der muss erst seinen Hitler lesen,
    dann weiß auch er, wer es gewesen…

    Geschrieben vor einigen Jahren, als die Begeisterung über Rafael Seligmanns “Hitler” durch die deutschen MSM tobte.
    http://www.perlentaucher.de/buch/17322.html

    Bei Tamar Amar-Dahl ist es jetzt wieder so. Googlet deren Namen, und Ihr seht die begeisterten Deutschen zu Tausenden, die wieder einen Juden bzw. eine Jüdin gefunden haben, die es den Juden Israel besorgt.

    Sie hat aus Protest gegen den Libanonkrieg im Jahr 2006 ihre israelische Staatsbürgerschaft zurückgegeben, berichtet die ZEIT.

    “tamar amar-dahl” “shimon peres”. Google.de 10 700 Ergebnisse
    http://tinyurl.com/2g8b9n7

  2. jerry says:

    Tamar in guter Gesellschaft

    Zur Debatte zwischen Tamar Amar-Dahl und Moshe Zimmermann über den Zionismus – Shraga Elam – Wie der Rabbiner im bekannten Witz, möchte ich gleich beiden – Tamar Amar-Dahl sowie Moshe Zimmermann – recht geben. Denn der Zionismus stellte sich (noch vor dem Nazi-Judeozid) einerseits als eine Antwort auf die europäische Judeophobie dar, anderseits trat und tritt diese nationale Bewegung mehrheitlich als kolonialistische Bewegung in Palästina auf. Der Zionismus war und ist nie wirklich interessiert an der Bekämpfung der Judeophobie. (…) Dass Israel nie eine wirkliche Antwort für die Judenverfolgung war, demonstriert das unverschämte Verhalten gegenüber Shoa-Überlebenden in Israel und die Tatsache, dass in keinem anderen Land Juden so bedroht sind wie in Israel. Die israelischen Regierungen haben russisches Roulette mit dem Leben ihrer BürgerInnen gespielt. (…) Hinzu bedroht die israelische Politik Juden in der ganzen Welt. Denn diese ist wie Öl in die glimmende Asche der bestehenden antijüdischen Vorurteile. Das dadurch entfachte judeophobe Feuer dient als weitere angebliche Rechtfertigung für Israel als vermeintlicher Zufluchtsort für Juden und als Antisemitismus-Keule, die gegen Israel-Kritiker geschwungen wird (s. meinen Artikel von 1987: Antisemitismus – der nützliche Idiot des Zionismus). Gegenüber den PalästinenserInnen trat und tritt der Zionismus wie gesagt mehrheitlich als kolonialistische Bewegung auf, deren zwei Hauptbestrebungen es ist >>>

    http://www.palaestina-portal.eu/Archiv/a69.htm

    widerlich³

  3. Zahal says:

    Genau diese Leute sind es, die Israel so verletzlich machen, Antisemiten gibt es – weltweit, hier in Deutschland aber mehr als anderswo, warum haben sich diese “Historiker” und es gibt ja einige davon, ausgerechent Deutschland ausgesucht?

    Slomo Sand, Avraham Burg, Moshe Zimmermann, Uri Avnery……

    übrigens habe ich bei Heplev ein Jugendbild Avnerys zusammen mit Arafat gefunden:

    (Übersetzung: „Wir wollen einen einzigen arabischen Staat schaffen, von Marokko bis Aden.“)

    Wenn schon Arafat höchstpersönlich nicht an einem besonderen palästinensisch-arabischen Staat interessiert war, außer als Mittel zur Vernichtung Israels, warum sollten wir glauben, dass irgendein anderer arabischer Führer irgendwelche anderen Ziele hat?

    (Übrigens ist der Mann direkt neben Arafat Uri Avnery, bei seinem ersten Treffen mit dem Rais. Glauben Sie, er hätte widersprochen oder das in seinen Schriften als angeblicher „Friedensaktivist“ überhaupt erwähnt?)

    http://heplev.wordpress.com/2010/06/22/arafat-sagt-uns-was-er-will-%e2%80%93-in-englisch/

    Hier noch etwas ERfreuliches…..

    Ja was ist denn jetzt bei Welt.de los?!!! Neueste Erkenntnis:

    „Europa muss Schuld der Hamas an Gaza-Misere erkennen!“

    Die europäischen Außenminister können sich bei ihrer Reise davon überzeugen, wer das Leid in Gaza verursacht: Die Hamas, und nicht Israel….

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article8182977/Europa-muss-Schuld-der-Hamas-an-Gaza-Misere-erkennen.html

  4. Zahal says:

    wißt ihr, ich warte auf DEN Tag, wenn ich von arabischer Seite ein vergleichbares Buch über Arafat, Abbas, Hanije und wie sie alle heissen, lesen darf……

    Warum die Linken so gegen Nationalismus sind, sie wollen die Nationalstaaten auflösen, und da ist Israel aus bekannten Gründen das größte Hindernis:

    Wir wissen, was Marx, Lenin, Stalin und Mao wollten (staatliche Kontrolle über alles und jeden) und wie sie dieses Ziel erreichten (brutaler Totalitarismus); aber was wollen ihre Nachfolger heute und wie hoffen sie das zu erreichen? Das ist ein seltsam ununtersuchtes Thema.

    http://heplev.wordpress.com/2010/06/24/fwd-der-linken-neuer-feind-das-imperium/

  5. jerry says:

    http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3910807,00.html

    Two top Palestinian and Israeli officials spent nearly two hours on the same stage trading sometimes heated accusations Friday, and blaming each other for delaying progress toward a peace settlement.

  6. Zahal says:

    Habe einen guten Artikel gefunden, den sollte man Netanjahu überreichen.

    http://europenews.dk/de/node/33190

    Zum Reflektieren.

  7. [...] Autor Thomas Schreiber aus Israel kritisiert im Juni 2010 die anti-Peres Studie und das erwähnte Interview in der Zeit [...]

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